Informationslogistik

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1 Definition

Die Informationslogistik garantiert dem Benutzer eine bedarfsgerechte elektronische Informationsversorgung, unabhängig von dessen Aufenthaltsort, dem Arbeitskontext, der Tageszeit und dem verwendeten Endgerät. Sie spielt im Bereich der Unternehmensportale eine wichtige Rolle.

2 Ansatz

Zunehmend zeichnet sich der Trend ab, dass Anwender (Mitarbeiter, Kunden) ihre Aufgaben von unterwegs über mobile Endgeräte erledigen. Die Kommunikation und Aufgabenerledigung zwischen Unternehmen findet somit beispielsweise über Laptops, PDAs oder Mobiltelefone statt. Mobil erfasste Informationen werden übermittelt bzw. Informationen werden abgefragt.

Vor allem mobile Anwender möchten, wenn sie unterwegs sind, mit den richtigen Informationen zur richtigen Zeit versorgt und nicht mit unnötigen oder irrelevanten Informationen überflutet werden. Dies ist zum einen darauf zurück zu führen, dass mobile Endgeräte begrenzte Leistungsmerkmale (wie Bildschirmgröße, Bildschirmauflösung, Übertagungsgeschwindigkeit, usw.) aufweisen und zum anderen haben mobile Mitarbeiter, z.B. während einer Autofahrt, nicht die Zeit sich durch eine Informationsflut zu kämpfen. Die Informationslogistik versucht an dieser Stelle die relevanten Informationen aufgrund vorgegebener Kriterien zu ermitteln und zu zustellen.

Befindet sich ein Außendiestmitarbeiter der Kundenbetreuung auf dem Weg zum Kunden, sind für ihn kundenspezifische Informationen von Bedeutung (Verkaufshistorien, E-Mail-Kontakte, Konditionsvorgaben, Beschwerden, aktuelle Projekte, usw.). Mittels eines Mobiltelefones kann sich der Mitarbeiter über die Unternehmenssysteme Kundeninformationen abrufen bzw. nur E-Mails zustellen lassen, die mit dem Kunden zu tun haben. Der Anwender entscheidet also selbst in welchem Arbeitskontext und zu welcher Zeit er bestimmte Informationsinhalte automatisch zugestellt bzw. abrufen möchte.

Auch in der Freizeit nutzen viele Anwender Informations- und Kommunikationssysteme, auf die sie von unterwegs zugreifen möchten.

Im Rahmen der Informationslogistik wurden Softwaresysteme, sogenannte "Informationslogistische Anwendungen", entwickelt, die die Dimensionen Inhalt, Ort und Zeit bei der Informationsversorgung berücksichtigen und hierdurch eine Zustellung von richtigen Informationen zur richtigen Zeit und am richtigen Ort garantieren.

3 Dimensionen

Die drei Dimensionen der Informationslogistik ermöglichen es dem Anwender, seinen Informationsbedarf an Hand von Kriterien festzulegen, die von informationslogistischen Anwendungen ausgewährtet werden können.

3.1 Inhalt

Dem Anwender sollen nur Informationen automatisch zugestellt werden, deren Inhalt in einem bestimmten Arbeitskontext für den Anwender relevant ist. Beispielsweise die Weiterleitung von E-Mails, die Informationen zum Kunden A enthalten, an einen Außendienstmitarbeiter, welcher sich gerade auf dem Weg zum Kunden A befindet.

3.2 Ort

Informationen müssen elektronisch an den Ort gelangen, an dem der Nutzer sie gerade benötigt. Hierfür muss die Präsentation der Informationen flexibel gehalten werden, da unterwegs nicht immer auf einen Laptop oder PC zurückgegriffen werden kann. Beispielsweise die Zustellung eines Sitzungsprotokolls im WAP-Format, welches nur die wichtigsten Eckpunkte und Ergebnisse enthält, auf ein Mobiltelefon. Somit erhält der Anwender einen schnellen Überblick. Möchte er ausführlichere Informationen, kann er diese später an einem Laptop/PC nachlesen oder vom Mobiltelefon, über eine entsprechende Schnittstelle, auf einem Drucker oder einem Faxgerät das gesamte Protokoll ausgeben. Weitere Beispiele sind die aktuellen Wettermeldungen zum jeweiligen Aufenthaltsort oder die Navigation zu einem Restaurant.

3.3 Zeit

Informationen sollten in der aktuellsten Version vorliegen und ausgeliefert werden. Veraltete Informationen führen zu Fehlinformationen und Unstimmigkeiten. Beispielsweise benötigt ein Verkäufer aktuelle Preislisten, um einem Kunden ein entsprechendes Angebot vorzulegen, Manager benötigen aktuelle Unternehmenskennzahlen, um strategische Entscheidungen zu treffen. Auch Navigationssysteme benötigen rechtzeitig die aktuellsten Stauinformationen, um die Autofahrer zu wahren und eine neue Ausweichroute zu berechnen.

4 Ausblick

Mit Ausnahmen einiger Pilotprojekte des Fraunhofer-Institutes für Software- und Systemtechnik (ISST), gibt es momentan keine Softwarelösung, die die Idee der Informationslogistik mit ihren drei Dimensionen vollständig realisiert. Meist werden die Dimensionen Ort oder Zeit berücksichtigt, jedoch weniger der Inhalt.

Mobilfunkanbieter ermöglichen dem Anwender Erreichbarkeitsinformationen, wie "Bin während des Meetings nur über SMS erreichbar", zu hinterlegen. Diese können von anderen abgefragt werden. Ein anderes Beispiel sind die mobilen E-Mail-Dienste von Google (http://www.google.de/mobile/mail/index.html). Google-Mail benachrichtigt den Inhaber eines Google-Mail-Postfaches beim Eintreffen einer E-Mail per SMS.

5 Quellen


Dieser Artikel ist GlossarWiki-konform.