Metapher
Definition
Der Ausdruck Metapher geht zurück auf das griechische Wort "metaphora", das sich aus "meta" (dt. "über") und pherein (dt. "tragen") zusammensetzt. Wörtlich übersetzt handelt es sich also um eine Übertragung. Aristoteles definiert in seiner "Poetik": "Metaphora de estin onomatos allotriou epiphora." (dt. "die Metapher ist die Übertragung eines fremden Nomens"). Diese Definition der Metapher angewandt auf eine interaktive Schnittstelle bedeutet, dass etwas Bekanntes aus dem Alltag des Users auf die Orientierung bzw. Organisation der auf dem Screen oder Display angezeigten Daten übertragen wird. Zu den bekanntesten Metaphern gehört u. a. der Papierkorb von Apple. Der Einsatz von Metaphern ist ein oft genutztes und effizientes Verfahren, um dem User in einem multimedialen Produkt (Bsp. Websites, Applikationen, PDAs, Mobiltelefonen) Navigation, Orientierung und Funktion zu erleichtern. Metaphern werden in interaktiven Systemen ihren Eigenschaften nach unterschieden: Strukturelle Metapher, Visuelle Metapher,Verbale Metapher, Auditive Metapher, Taktile Metapher und Interaktionsmetapher
Geschichte
Eine Pionierrolle bei der Entwicklung der Metapher übernimmt der Xerox Star 8010 (1981). Zum ersten mal wurden Studien zur Zielgruppe durchgeführt und anhand von „User integrated Design“, nutzerzentrierte Designprozesse erarbeitet. Das Ergebnis war die erste Bürometapher "der Schreibtisch"(PARC), da als konkrete Zielgruppe Manager und Sekretärinnen definiert wurden. In diesem Zusammenhang rutschten die Metaphern und damit auch die Icons in den Mittelpunkt. Seit über 25 Jahren erfreut sich die Desktop Metapher weltweiter Akzeptanz.
Vor- und Nachteile
Metaphern sind deshalb so effektiv, weil sie bereits aus dem Alltag bekannt sind, intuitiv funktionieren und nicht erst erlernt werden müssen. Sie ermöglichen dem Benutzer eines multimedialen Produktes verschiedenste Funktionen nicht als Summe einzelner Daten wahrzunehmen, sondern als eine in sich stimmige Einheit. Die Gefahr beim Gebrauch von Metaphern ist allerdings, daß sie mit der Zeit als penedrant wahrgenommen werden, wenn sie zu dominant in Szene gesetzt sind und somit vom eigentlichen Inhalt ablenken.
