Macromedia Contribute

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1 Definition

Dieses Programm der Firma Macromedia bzw. Adobe ist ein Redaktionswerkzeug für kleine bis mittlere Webautritte. Contribute besteht aus zwei Hauptkomponenten, dem Contribute-Client oder -Editor und dem optionalen Servermodul namens Macromedia Contribute Publishing Server. Beide Teile werden im Allgemeinen dem Adobe Web Publishing System zugeordnet.

2 Beschreibung

2.1 Contribute (Editor)

Hauptfenster des Contribute-Editors
Die Contribute-Software vereint die Konzepte von Webbrowser und WYSIWYG-Editor zu einer Anwendung, die eine möglichst einfache redaktionelle Wartung von Webseiten erlauben soll. Durch die Ähnlichkeit zu bekannter Textverarbeitungssoftware wie z.B. Microsoft Word kann sich auch technisch weniger versiertes Personal wie z.B. Verwaltungspersonal schnell einarbeiten.

Unter Verwendung der Templatemechanismen des grafischen Webeditors Dreamweaver, die auf einfachen HTML-Kommentaren basieren, ist es möglich definierte Bereiche der Webseite als bearbeitbar oder gesperrt zu markieren.

Nach dem Hinzufügen von Benutzern, sorgt die Einrichtung und Zuweisung von sogenannten Rollen sorgt in Contribute dafür, dass diese Restriktionen eingehalten werden und das definierte Basislayout nicht beschädigt wird.

2.1.1 Wichtige Funktionen und Möglichkeiten

2.1.1.1 Zugriffssteuerung

Für jede Webseite wird eine Verbindung angelegt und dauerhaft gespeichert. So können zahlreiche Einstellungen hinterlegt werden, wie z.B. die Serververbindungsart (FTP, Dateisystem/Netzwerk, WebDAV) und Administrator-Kontaktdaten.

2.1.1.2 Definition von Rollen

Zu einer Verbindung können beliebig viele Rollen zur Einschränkung der Bearbeitungsrecht erstellt werden. Nachdem ein Benutzer, der durch seine E-Mail-Adresse identifiziert wird, einer Rolle zugewiesen wurde, kann er sich mit der Webseite verbinden und gemäß der Rolleneinstellung die Inhalte bearbeiten. Neben grundsätzlichen Rechten wie der Möglichkeit neue Seiten anzulegen (Komplett neue Seite, von Dreamweaver-Vorlagen, durch Kopie anderer Webseiten, ...), können vom Webdesigner konzipierte Layoutrichtlinien garantiert eingehalten werden, indem er Formatierungsfunktionen einschränkt (Anwendung von HTML-Stilen, definierte CSS-Klassen, Schriftarten und Größen, Textfarben).

Es ist ebenfalls möglich Dateiuploads des Autors zu steuern, in dem maximale Dateigrößen und Zielverzeichnisse festgelegt werden. Um nur vorgegebene Elemente zu erlauben, kann der Administrator auf die Einrichtung "gemeinsamer Elemente" in Form von Bildern oder Flashfilmen zurückgreifen.

2.1.1.3 Versionierungsmechanismus

Um Änderungen zu Verfolgen und ggf. rückgängig zu machen, kann für jede Verbindung eine Versionsgeschichte aktiviert werden. Der Administrator legt dabei fest, wie viele Versionen der Webseite gesichert werden sollen.

2.1.1.4 Freigabefunktionen

Die Seite, die ein Benutzer zur Bearbeitung öffnet, wird durch eine "Sperrdatei" für andere Benutzer gesperrt, so dass es nicht zu gleichzeitigen Änderungen durch verschiedene Autoren kommen kann. Es ist außerdem möglich, Änderungen durch andere Anwender vor der Veröffentlichung prüfen zu lassen. Je nach Rolleneinstellung kann dies optional oder zwingend erforderlich sein.

2.1.2 Pro und Kontra

2.1.2.1 Vorteile und Stärken

  • Zur Bearbeitung von Webseiten ist kein technisches Detailwissen nötig
  • Eine Contentauthoringfunktion kann auch für statische Seiten sehr schnell realisiert werden, da keine Serversoftware nötig ist.
  • Die automatische Seitenversionierung macht Änderungen komplett reversibel.
  • Startseite und Hilfethemen können über XML- und HTML-Dateien konfiguriert und so z.B. an die eigene Unternehmens-CI angepasst werden.
  • Die von technischen Laien gerne benutzen Office-Formate (Word und Excel) können direkt per Drag'n'Drop in die Webseite importiert werden. Der Admin kann bestimmen ob die Inhalte dabei nach HTML-Code überführt, in ein FlashPaper-Format umgewandelt oder als Dateien unverändert auf den Server hochgeladen und verlinkt werden sollen.

2.1.2.2 Nachteile und Schwächen

  • Im Gegensatz zu Webbasierten CMS, kann das Authoring nur über den Contribute-Client erfolgen, der auf jedem Bearbeitungsrechner installiert werden muss.
  • Bei der ausschließlichen Verwendung dieses Clients ist die Benutzerverwaltung nur bedingt möglich und durch die Abwicklung über lokale Dateien eher umständlich.
  • Die gesamte Verwaltung wird über viele temporäre Dateien abgewickelt, die auf der lokalen Festplatte und dem Server angelegt, verändert und gelöscht werden, was einen Daten- und Verzeichnisoverflow zur Folge hat.
  • Das System ist hinsichtlich Sonder- und Leerzeichen in Datei- und Pfadnamen fehleranfällig.
  • Die Verwaltung abstrakter Strukturen wird nicht direkt unterstützt, es handelt sich in erster Linie (nur) um einen HTML-Editor, der zusätzlich den Dateiupload u.ä. kapselt.

2.2 Contribute Publishing Server

Die CPS-Admin-Oberfläche
Der Contribute-Publishing-Server (CPS) ist eine Serverkomponente, die den Client um einge Funktionen erweitert, die vor allem für größere Unternehmen oder Intranet-Seiten von Bedeutung sind. Obwohl diese Software nur für die Bedienung durch Administratoren vorgesehen ist, bietet sie wie schon der Client eine intuitiv bedienbare grafische Oberfläche auf Basis von Flash für die wichtigsten Verwaltungsfunktionen. Die Serveranwendung selbst wurde mit Java entwickelt und ist auf Windows-, Linux-, Solaris- oder jeder anderen Standard-J2EE-Serverumgebung lauffähig.

2.2.1 Wichtige Funktionen und Möglichkeiten

2.2.1.1 Integrierende oder unabhängige Installation

CPS-Installationsvarianten
Die Installation des CPS kann in zwei Modi durchgeführt werden. Als unabhängige Lösung wird ein ColdFusion-Server inklusive Macromedias Java-Anwendungsserver JRun installiert. Es ist aber auch möglich die Komponente als *.war-File zu erstellen und so in eine bestehende J2EE-Umgebung zu integrieren.

2.2.1.2 Lizenzkosten auf Benutzerbasis

Die Lizenzkosten richten sich nach der Anzahl Zugriffslizenzen und liegen pro Benutzer bei etwa 87€. Der Anbieter gewährt hierbei Megenrabatt sowie Nachlass für Kunden aus dem Bildungswesen.

2.2.1.3 Protokollierung der Publikationsaktivitäten

Alle Aktivitäten wie Anlegen, Ändern, Freigeben und Wiederherstellen werden in einem Protokoll erfasst, das in einer HTML-Ansicht mit Filter-Funktionen ebenso wie in einer reinen Plaintext-Fassung verfügbar ist.

2.2.1.4 Anbindung an LDAP und Active Directory

Die Daten für Benutzerkonten werden in einer Datei auf dem Server abgelegt, wenn die Verwaltung direkt über die CPS-Administrationsoberfläche geschieht. Es ist aber ebenso möglich bestehende Benutzerverzeichnisse in Form von LDAP- und Active-Directory-Diensten anzubinden.

2.2.1.5 Paralleler Betrieb mit anderen Webdiensten möglich

Da der CPS standardmäßig auf dem Port 8900 läuft, ist es auch möglich, weitere Webserver ohne Komplikationen parallel laufen zu lassen.

2.2.2 Pro und Kontra

2.2.2.1 Vorteile und Stärken

  • Verwaltungs- und Protokollfunktionen werden zentralisiert und können bequem auf dem Server bearbeiten können.
  • Webmaster und Serveradministratoren können die Publishing Server API nutzen, um eigene Webservices anbinden. Die Kommunikation erfolgt dabei über ein SOAP-Protokoll.

2.2.2.2 Nachteile und Schwächen

  • Der Client ist für die Bearbeitung auch hier nötig, der CPS erleichtert in erster Linie nur die saubere Verwaltung von Benutzern.
  • Es gibt nur ein globales Administratorkennwort für die Verwaltungsoberfläche. Allerdings stellt sich aufgrund des doch sehr überschaubaren Funktionsumfangs, die Frage, ob ein flexiblerer Loginmechanismus überhaupt nötig ist.
  • Für Experten gestaltet sich die Einfachheit des Systems u.U. besonders umständlich, da die starke Kapselung der Systemfunktionen den direkten Eingriff in die Prozesse erschwert.
  • Der Server bringt nur einen relativ geringen Mehrwert. Webmaster, die über die technische Infrastruktur und das nötige Fachwissen verfügen, um die Spezialfunktionen Serverdienstanbindung und J2EE-Integration zu nutzen, werden in der Regel wohl gleich auf mächterige Produkte und Konzepte zurückgreifen.

3 Quellen

  • René Bühling, "Webseitenpflege mit Macromedia Contribute", Wissenschaftlicher Aufsatz im Rahmen der Veranstaltung "Content Management", Fachhochschule Augsburg, Fachbereich Informatik, Sommersemester 2006
  • Macromedia Inc., "Contribute verwenden und verwalten", programmeigene Hilfedateien der Versionen Contribute 3.02 und CPS 1.11

4 Weblinks und -quellen


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