Geordnetes Paar
Dieser Artikel erfüllt die GlossarWiki-Qualitätsanforderungen nur teilweise:
| Korrektheit: 3 (zu größeren Teilen überprüft) |
Umfang: 4 (unwichtige Fakten fehlen) |
Quellenangaben: 5 (vollständig vorhanden) |
Quellenarten: 5 (ausgezeichnet) |
Konformität: 5 (ausgezeichnet) |
Definition (nach Kowarschick)
Der Term $[a,b]$, wobei $a$ und $b$ zwei Mengen oder Klassen sind, heißt geordnetes Paar oder $2$-Tupel, wenn für den Operator $[\cdot,\cdot]$ das Peanosche Paaraxiom erfüllt ist:
Projektion
Für geordnete Paare werden folgende beiden Projektions-Operationen definiert, um das erste bzw. das zweite Element des Paars zu extrahieren:
Beispiele für geordnete Mengen- oder Klassenpaare
Beispiele für mögliche Definitionen von $[a,b]$ sind:
Im Falle der ersten Definition müssen $a$ und $b$ Mengen sein ($\rm{Mg}(a) \wedge \rm{Mg}(b)$, siehe Klasse), damit das Paaraxiom erfüllt ist. Im Falle der zweiten Definition ist das Paaraxiom für beliebige Klassen $a$ und $b$ erfüllt.[2]
Es gibt noch diverse weitere Möglichkeiten, Mengen- oder Klassenpaare zu definieren.
In der von McCarthy entwickelten Programmiersprache LISP werden geordnete Paare
in der Form $(a \cdot b)$ (bzw. (a . b) in ASCII-Schreibweise) notiert und mit der Funktion $\rm{cons}$ erzeugt.
Die Operationen $\pi_1$ und $\pi_2$ zur Extraktion der Elmente heißen bei McCarthy $\rm{car}$ und $\rm{cdr}$.[3]
Reihenfolge der Elemente
Geordnete Paare sind im Gegensatz zu Mengen tatsächlich geordnet:
In einem mengebasiertes Axiomen-System (wie es z.B. der Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre zu Grunde liegt) ist die vorangehende Formel sowohl für Mengenpaare, als auch für Klassenpaare unbeschränkt gültig, da in diesem Fall $\forall$ als „Für alle Mengen innerhalb des Mengenuniversums“ interpretiert wird.
In einem klassenbasierten Axiomen-System (wie es z.B. der Neumann-Bernays-Gödel-Mengenlehre zu Grunde liegt) ist die Formel allerdings nur im Falle von Klassenpaaren gültig, da hier $\forall$ als „Für alle Klassen, d.h. für alle Mengen und Unmengen innerhalb des Klassenuniversums“ interpretiert wird.. Bei Mengenpaaren gilt lediglich:
Für Unmengen ($\rm{UMg}$, siehe Klasse) ist ein Mengenpaar nämlich stets gleich der Allklasse $\mathcal{V}$ oder stets gleich der leeren Menge, unabhängig von der Reihenfolge der Elemente:
Grund: Eine Unmenge kann nicht Element einer Menge sein. Abhängig von der Art, wie $\{a\}$ definiert ist, gilt daher entweder $\forall \rm{UMg}(a): \{a\} = \mathcal{V}$ oder $\forall \rm{UMg}(a): \{a\} = \emptyset$.
Fazit: Im Falle eines klassenbasierten Axiomen-Systems sollte man eine Klassenpaar-Definition an Stelle einer Mengenpaar-Definition verwenden.
Quellen
- ↑ Kuratowski (1921): Kazimierez Kuratowski; Sur la notion de l‘ordere dans la Théorie des Ensembles; in: Fundamenta Mathematica; Band: 2; Nummer: 1; Seite(n): 161-171; Web-Link; 1921; Quellengüte: 5 (Artikel)
- ↑ 2,0 2,1 Schmidt (1966) in Anlehnung an Quine
- ↑ Referenzfehler: Es ist ein ungültiger
<ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namensMcCarthy (1965)wurde kein Text angegeben.
