Gescheitertes Projekt

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1 Definitionen

1.1 Der Begriff „Scheitern“

Der Begriff „Scheitern“ findet seinen Ursprung in der Seefahrt. Das Scheitern bezeichnet hier das Zerschellen eines Schiffes, welches vom Sturm auf Klippen oder Felsen geworfen wurde.

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet es das Nichterreichen eines gesetzten Zieles aufgrund bestimmter Störfaktoren.

Synonyme hierfür: durchfallen, versagen, fehlschlagen, missglücken, misslingen

1.2 Definition „Gescheitertes Projekt“

Ein Projekt wird durch folgende Vorgaben definiert:

  • Zielvorgabe
  • zeitliche, personelle und andere Begrenzungen
  • Abgrenzung gegenüber anderer Vorhaben
  • projektspezifische Organisation

Ein Projekt kann das als gescheitert angesehen werden, wenn mindestens eine der Randbedingungen nicht erfüllt wurde oder das Projekt vorzeitig abgebrochen wurde. Daher kann auch ein abgeschlossenes Projekt ein gescheitertes Projekt sein.

2 Statistiken

Laut Untersuchungen der Standish Group, welche im sogenennten Chaos-Report veröffentlicht wurden, scheitern 84% aller IT-Projekte in den USA.

Die britische OASIG-Studie benennt ebenfalls etwa 80% mit der steigenden Tendenz in Richtung 90%.

Das Schweizer Bundesamt für Berufsbildung und Technologie kommt auf 50%.

Für den bundesdeutschen Raum fehlen durchweg die harten Zahlen.

3 Gründe für das Scheitern

3.1 Soft-Skills

Oft werden mangelnde Soft-Skills als einer der Hauptgründe für das Scheitern von Projekten erwähnt. Der Faktor Mensch und dem Faktor Unternehmenskultur werden vor allem in den IT-Projekten oft zu wenig Bedeutung geschenkt. Die wenigsten haben in ihrer Ausbildung gelernt, wie man Konflikte im Berufsleben meistert.

3.2 Dogmatismus

Laut Wörterbuch: „Unkritisches Festhalten an Lehrmeinungen und Glaubenssätzen“. Da die meisten Unternehmenskulturen junge und dynamische Mitarbeiter präferieren, mangelt es oft an Erfahrungswerten. Festgelegte Strategien, sowie der dogmatische Einsatz von Programmiersprachen und Tools, stellen große Faktoren für das Scheitern dar.

3.3 Auftragnehmer/Auftraggeber-Beziehung

Kommuniktationslücken zwischen dem eigentlichen Kunden und dem Auftragnehmer führen zu nicht gewünschten Ergebnissen. Dies liegt meist daran, dass der Kunde mit seinem Laiendasein, die technischen Punkte nicht versteht oder verstehen kann und der Auftragnehmer oft Kundenwünschen technisch gar nicht realisieren kann. Somit scheitern Projekte oft schon in der Definition der Ziele.

3.4 Falsche Kalkulationen

Kalkulationszahlen zu Beginn des Projektes können oft nicht eingehalten werden, da im Laufe des Projektes sich noch unberücksichtigte Kosten ergeben. Aufgrund der Verlaufsdauer des Projekts sind Kalkulationen meist nur Schätzungen der tatsächlich anfallenden Kosten. Vor allem bei großen staatlichen Projekten sind mitunter erhebliche Unterschiede feststellbar.

3.5 Schlechtes Projektmanagement

Mangelnde oder gar fehlende Planung führen garantiert zu einem gescheiterten Projekt. Auch unzureichend informiertes Personal durch die Projektleitung ist ein weiteres Zeichen für ein schlechtes Projektmanagement.

3.6 Fluktuation der Mitarbeiter

Je nach Dauer des Projektes, ist die Gefahr der Fluktuation sehr groß und neue Mitarbeiter müssen wieder neu eingearbeitet werden, was Verzögerungen hervorruft. Eingearbeitete Mitarbeiter, die das Projekt vorzeitig verlassen, stellen einen erhebliche Verzögerung dar und gleichzeitig eine Herausforderung für das Projektmanagement.

3.7 Umweltaspekte

Gerade bei großen staatlichen Projekten oder staatlich geförderten, wie zum Beispiel dem Transrapid, scheitert das Projekt an der Missachtung der Umweltaspekte. Mit Umwelt ist hier außer der Natur auch die Bevölkerung gemeint.

4 Beispiele für gescheiterte Projekte

5 Quellen

Dieser Artikel sollte überarbeitet werden.
Die Begriffer "Scheitern" und "Dogmatismus" sollten in eigenen Artikel definiert werden.