Händler-Datenbank (SQL-Beispiel)

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Das Händler-liefert-Ware-Beispiel ist das klassische Beispiel, um viele Konzepte von Datenbanksystemen und SQL zu demonstieren. Daher wird dieses Beispiel auch in der Vorlesung Multimedia-Datenbanksysteme verwendet.

1 Datenmodell/ER-Diagramm

Datenmodell in UML-Notation

Ein Händler liefert bestimmte Waren. Er kann durch die Händler-ID h_id eindeutig identifiziert werden und besitzt weitere Attribute, wie Name, Ortschaft etc. Die zugehörigen Entities (Objekte) werden durch den Entity-Typ (die Klasse) haendler definiert.

Welche Waren es gibt, ist durch einen weiteren Entity-Typ festgelegt: ware. Eine Ware ist durch die Waren-ID w_id eindeutig festgelgt. Weitere Attribute, wie Typ (Gemüse, Fleisch, Wurst etc.) und genaue Bezeichnung (Kohlrabi, Rinderlende, Cervelat etc.), beschreiben die jeweilige Ware näher.

Zwischen den Entity-Typen haendler und ware besteht eine Beziehung: liefert. Diese legt fest, welcher Händler welche Ware zu welchen Konditionen liefert. Ein Lieferant liefert eine Ware normalerweise zu einem bestimmten Preis. Zusätzlich kann eine gewisse Lieferzeit (in Tagen) angegeben werden. Es ist auch erlaubt, dass ein Händler ein und dieselbe Ware zu mit unterschiedlichen Preisen unterschiedlich schnell liefert. Um dies zu ermöglichen, muss das Attribut l_preis zum orginären Primärschlüssel (h_id, w_id) der Beziehung liefert hinzugefügt werden.

Datenmodell in ER-Notation

2 Datenbankschema

Aus dem obigen ER-Diargramm wird nach dem in Kowarschick (MMDB-Skript) beschriebenen Verfahren ein Datenbankschema erstellt. Ein Stern (*) bedeutet dabei NULLABLE.

haendler: h_id: INTEGER, h_name: VARCHAR(50), h_ortschaft*: VARCHAR(30)     
          {PK: s_id} 
          {UNIQUE: h_name, h_ortschaft}

ware:     w_id: INTEGER, w_typ: VARCHAR(30), w_bezeichnung: VARCHAR(30)
          {PK: w_id}
          {UNIQUE: w_typ, w_bezeichung}  

liefert:  h_id: INTEGER, w_id: INTEGER, l_preis: NUMERIC(8,2), l_lieferzeit*: SMALINT 
          {PK: s_id, w_id, l_preis}  
          {FK: h_id -> haendler: h_id}
          {FK: w_id -> ware: w_id}
          {l_lieferzeit > 0}

3 Datenbankschema (SQL)

Aus dem obigen Datenbankschema leitet sich folgende SQL-DDL-Befehle ab (Syntax getestet mit SQLite und PostgreSQL):

/* Alte Tabellen (in der richtigen Reihenfolge) löschen: */

DROP TABLE IF EXISTS liefert;
DROP TABLE IF EXISTS ware;
DROP TABLE IF EXISTS haendler;

/* Tabellen erstellen */

CREATE TABLE haendler
  (h_id        INTEGER     NOT NULL,
   h_name      VARCHAR(30) NOT NULL,
   h_ortschaft VARCHAR(50),

   CONSTRAINT pk_haendler
     PRIMARY KEY (h_id),

   CONSTRAINT unique_haendler_name_ortschaft
     UNIQUE (h_name, h_ortschaft)
  );

CREATE TABLE ware
  (w_id          INTEGER     NOT NULL,
   w_typ         VARCHAR(30) NOT NULL DEFAULT 'Sonstiges',
   w_bezeichnung VARCHAR(50) NOT NULL,

   CONSTRAINT pk_ware
     PRIMARY KEY (w_id),

   CONSTRAINT unique_haendler_typ_bezeichnung
     UNIQUE (w_typ, w_bezeichnung)
  );
                
CREATE TABLE liefert
  (h_id         INTEGER       NOT NULL,
   w_id         INTEGER       NOT NULL,
   l_preis      NUMERIC(8,2)  NOT NULL,
   l_lieferzeit SMALLINT,     /* Tage */

   CONSTRAINT pk_liefert
     PRIMARY KEY (h_id, w_id, l_preis),

   CONSTRAINT fk_liefert_haendler
     FOREIGN KEY (h_id) REFERENCES haendler (h_id),

   CONSTRAINT fk_liefert_ware
     FOREIGN KEY (w_id) REFERENCES ware (w_id),

   CONSTRAINT check_liefert_lieferzeit
     CHECK (l_lieferzeit > 0)
  );

4 Beispielsdaten

INSERT INTO haendler(h_id, h_name, h_ortschaft)
VALUES 
  (1, 'Maier',   'Königsbrunn'),
  (2, 'Müller',  'Königsbrunn'),
  (3, 'Maier',   'Augsburg'),
  (4, 'Huber',   NULL),
  (5, 'Schmidt', 'Hamburg')
;

INSERT INTO ware(w_id, w_typ, w_bezeichnung)
VALUES
  (1, 'CPU',       'Pentium IV 3,8'),
  (2, 'CPU',       'Celeron 2,6'),
  (3, 'CPU',       'Athlon XP 3000+'),
  (4, 'RAM',       'SDRAM 1GB'),
  (5, 'Sonstiges', 'Eieruhr')
;

INSERT INTO liefert(h_id, w_id, l_preis, l_lieferzeit)
VALUES 
  (1, 1, 200.00, 1),
  (1, 1, 194.00, 6),
  (1, 2, 100.00, NULL),
  (1, 3, 150.00, 7),
  (1, 4,  10.00, 1),
  (1, 5,   5.00, 1),
  (2, 1, 190.00, NULL),
  (2, 3, 170.00, 4),
  (2, 1, 160.00, 1),
  (2, 2, 180.00, NULL),
  (3, 1, 195.00, 2),
  (3, 2, 190.00, 1),
  (4, 1, 150.00, 3),
  (4, 3, 180.00, 5),
  (4, 3, 199.99, 1)
;

5 SQL-Beispiele

6 Quellen

  1. Kowarschick (MMDB-Skript): Wolfgang Kowarschick; Vorlesung Multimedia-Datenbanksysteme – Sommersemester 2018; Hochschule: Hochschule Augsburg; Adresse: Augsburg; Web-Link; 2018; Quellengüte: 4 (Skript)
  2. Kowarschick (MMDB): Wolfgang Kowarschick; Vorlesung „Multimedia-Datenbanksysteme“; Hochschule: Hochschule Augsburg; Adresse: Augsburg; Web-Link; 2016; Quellengüte: 3 (Vorlesung)

7 Siehe auch